Auf den ersten Blick nicht leicht zu unterscheiden: Witwenblumen oder Knautien (Knautia) und Skabiosen (Scabiosa). Insbesondere die Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) und die Tauben-Skabiose (Scabiosa colombaria) ähneln sich sehr. Beide tragen köpfchenförmige Blütenstände, sind aber keine Korbblütler, sondern Geißblattgewächse.
Allein vom Lebensraum lässt sich aber schon einiges sagen. Während die Witwenblume nährstoffreiche, kalkhaltige, leicht feuchte Böden bevorzugt und in Gemeinschaft mit Fettwiesen-Margerite, Schafgarbe, Rotklee und Scharfem Hahnenfuß wächst, mag es die Skabiose mager und trocken in Gesellschaft von Wiesen-Salbei, Esparsette, Wundklee und Knolligem Hahnenfuß.

Noch leichter wird’s, wenn man folgende Eselsbrücke anwendet: Die Witwe hat haarige Beine! Die Stängel der Witwenblumen sind deutlich behaart.

Sprossachsen der Skabiosen dagegen kahl oder höchstens ganz kurz haarig.

Außerdem hilft der Spruch: Der Witwe fehlt etwas!
Einzelblüten der Witwenblumen zeigen nur vier Kronzipfel, die der Skabiosen dagegen fünf.

Spätestens beim Abblühen sowie in der Fruchtreife gibt es noch ein eindrückliches Merkmal: Während Witwenblumen nur kurze helle Kelchzähne, ragen bei Skabiosen markante schwarze Kelchborsten weit heraus.
Wozu muss man das wissen, fragt Ihr Euch? Naja, Ihr kommt auch ohne diese Erkenntnisse durchs Leben. Aber die Pflanzen haben es verdient, dass wir sie genau betrachten, als Lebewesen wahrnehmen und als Persönlichkeiten unterscheiden.