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Malven: Engelsbrot und Halskraut

Bezeichnungen wie Käse-, Ross- oder Gänsepappel haben nichts mit dem Pappelbaum zu tun, sondern gehen auf Papp oder Bapp zurück. Darunter versteht man einen dicken Brei oder einen Kleister. Tatsächlich ergeben Blätter oder Wurzeln gekocht eine solche Konsistenz, selbst ein Käschen (Frucht) im Mund entwickelt sich zu einem „Baaz“. Diese Eigenschaft der Malve geht auf ihre typischen Inhaltsstoffe zurück. Schleimstoffe sorgen nicht nur für einen ausgesprochen milden Geschmack, sondern auch für schützende, lindernde Heilwirkungen.

Nicht nur Malvenfrüchte dienten als Engels- oder Himmelsbrot als Nahrung, die Pflanzen werden seit der Antike auch als Blattgemüse angebaut. Halsblume, Schwellkraut oder Breirose deuten auf die Bedeutung der Malve in der Heilkunde hin. Seit der Antike ist die Malve vielfach in Gebrauch, im 16. Jahrhundert war man gar der Meinung, sie sei eine Universalarznei. Tägliche Einnahme sollte vor jeglicher Erkrankung bewahren. „Malve im Gemüsegarten lässt den Doktor draußen warten.“, hieß es bis weit in unsere Zeit hinein.

Für alle Häute

Buttermilch mit Malvenblüten macht die Haut zart und weich – perfekt als Hand- und Fußbad.

Die Wilde Malve ist in erster Linie eine Heilpflanze für die Haut, sowohl äußerlich wie innerlich für die Schleimhäute. Ihre Wirkweise kann man mit einem angefeuchteten Seidentuch vergleichen, das sich abschirmend über gereizte, entzündete Bereiche legt. Unterstützend kommt ein antibakterieller Effekt durch die Farbstoffe sowie ein leicht zusammenziehender Einfluss durch Gerbstoffe hinzu.

Ähnlich wie Spitzwegerich schichtet man Malvenblätter und -blüten mit Zucker in ein Glas und lässt sie dunkel und kühl stehen, bis sich ein Sirup gebildet hat – gut gegen Halsschmerzen und Husten.

Malvenblüten gelten daher als Arzneidrogen bei trockenem Husten, Schleimhautreizungen im Mund-Rachen-Raum wie im Magen-Darm-Bereich, volksheilkundlich auch zur Behandlung entzündeter Haut, bei Juckreiz oder leichtem Sonnenbrand sowie zum Erweichen von Furunkeln.

Pretty in Pink

Auch in der Kosmetik bedient man sich der positiven Effekte der Wilden Malve, insbesondere zur Pflege trockener, sensibler Haut. Die ausgesprochen hübsche Blume gilt im doppelten Wortsinn als kleine Beauty-Queen, denn die Schleimstoffe legen sich als Schutzfilm auf die Haut, halten Hitze und andere Umweltfaktoren ab. Dazu spenden sie reichlich Feuchtigkeit, was die Haut angenehm geschmeidig hält und kleine Fältchen wegbügelt. Dafür wird am besten eine Maske aus Malvenblüten aufgelegt: Einige Malvenblüten in Wasser oder Hydrolat legen, 2-3 Stunden ziehen lassen. Dann ein Tuch mit der Flüssigkeit tränken und für 15-20 Minuten auflegen.

Früher galt es unter Bäuerinnen als Geheimtipp, sich den Saft von zerriebenen Malvenblättern ins Gesicht einzureiben – nicht nur, um für einen Verehrer besonders attraktiv zu erscheinen. Ein kleines blaues Wunder erleben? Das kann man in der Badewanne. Zwei Handvoll Blüten in einem Stoffbeutel oder Waschhandschuh ins Badewasser geben, das sich leicht bläulich färbt und die Körperhaut wunderbar schmeichelweich pflegt.

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