Gut gekaut und schlecht verdaut

Das regt mich auf! Immer wieder, immer häufiger fallen mir beim Einkaufen Produkte in die Augen, die angeblich sooooo gut sind, sooooo gesund… Man wird verführt durch eine trendy Aufmachung wie durch besondere Schlagworte. Zuckerfrei, einzigartiger Kräuterextrakt, Schweizer Idylle („very swiss“ oder „Schwiizer Chrüterkaugummi“, silbern blinkendes Edelweiß, flauschig wirkende Lodentüte mit Handstickerei am Rand). Das lockt, das verführt. Und wenn man das Produkt dann umdreht?

Sorbit –> Zuckeraustauschstoff E 420, über 50 g pro Tag können Magen-Darm-Beschwerden auslösen, wird in Fructose umgebaut und ist deshalb für Menschen mit Fructoseintoleranz ungeeignet, spielt eine Rolle bei der Entstehung von Grauem Star sowie Spätfolgen bei Diabetes

Isomalt –> Zuckeraustauschstoff E 953, kann in größeren Mengen abführend wirken, gehört aber in die sicherste Kategorie der zugelassenen Nahrungsmittelzutaten

Kaumasse (mit Antioxidationsmittel BHA und Sojalecithin) –> Kaumasse wird meistens aus petrochemischen Grundstoffen hergestellt, aus Erdöl; BHA ist Butylhydroxyanisol, E 320, verhindert das Ranzigwerden und gilt als allergieauslösend und bedenklich (führt im Tierversuch zu Krebs)

Maltit –> Zuckeraustauschstoff E 965, auch Feuchthaltemittel, wirkt in größeren Mengen blähend und abführend, ebenfalls „no-go“ für Menschen mit Fructoseintoleranz, kann aus gentechnisch veränderter Maisstärke mit Hilfe von gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt werden (muss auf der Verpackung nicht angegeben werden, weil nicht unmittelbar gentechnisch veränderte Organismen wie Gen-Mais enthalten sind, außerdem gentechnisch veränderte Mikroorganismen, die am Produktionsprozess beteiligt sind, nicht vermerkt werden müssen)

Aromen –> wohl kaum natürliche

Erythrit –> noch ein Zuckeraustauschstoff

Xylit –> und noch ein Zuckeraustauschstoff (und von wegen „Birkenzucker“ – stammt nicht aus der Birke, sondern wird mittels Mikroorganismen (GVO?) aus Abfällen wie Maisspindeln (Genmais?), Kokosschalen oder Stroh gewonnen

Feuchthaltemittel: Glycerin –> E 422, gilt als völlig unbedenklich, wird aus Propylen oder durch Verseifung von Kokosöl hergestellt

Verdickungsmittel: Gummi arabicum –> E 414, kann allergieauslösend sein

Kräuterextrakt (0,3 %) –> ???

Farbstoff: Titandioxid –> E 171, Nanopartikel mit vielen Risiken, weil diese winzigen Teilchen alle Körperbarrieren (auch die Blut-Hirn-Schranke) durchdringen können

Süßungsmittel: Aspartam, Acesulfam K, Sucralose –> und nochmals Süßstoffe. Aspartam E 951, Phenylalaninquelle, stark diskutiert. Acesulfam K, E 950, schmeckt in Kombination mit anderen Süßungsmitteln noch süßer, wird als kritisch angesehen, weil Erbgutveränderungen auftreten könnten. Sucralose, E 955, kann die Darmflora schädigen, soll angeblich doch verstoffwechselt werden und könnte daher nicht als kalorienarm gelten.

Überzugsmittel: Carnaubawachs, Talkum –> Carnaubawachs, E 903, wird normalerweise aus den Blättern der in Brasilien in Plantagen kultivierten Carnauba-Palme gebürstet, kann aber auch gentechnisch hergestellt werden. Talkum, E 551, Partikel können Tumore in Lunge und Eierstöcken hervorrufen

Da vergeht einem der Appetit. Noch dazu, wenn man bedenkt, dass Süßstoffe ganz allgemein den Appetit anregen, das Verlangen nach Kohlenhydraten verstärken und den Körper dazu verleiten, mehr Fett zu speichern. Dann lieber gar keinen Kaugummi.

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