Eigentlich erübrigt sich die Frage, denn im Namen Giftbeere steckt doch die Antwort schon drin. Die Giftbeere (Nicandra physalodes bzw. Nicandra physaloides) wird auch Peruanische Tollkirsche (englisch: Apple of Peru) genannt, gehört wie die Tollkirsche (Atropa belladonna) zu den Nachtschattengewächsen, auch das spricht für die Toxizität.

Dann aber heißt sie wegen ihrer in papierartige Lampions eingehüllten Beerenfrüchte auch wieder Blaue Physalis, weil sie der Kapstachelbeere (Andenkirsche, Physalis peruviana) ähnelt – und die Physalis, wie man die Kapstachelbeere auch kurz nennt, ist bekanntlich essbar, ebenso die Tomatillo (Physalis philadelphica). Aber: Nur deren reife Früchte sind bekömmlich, alle anderen Teile der Pflanze enthalten Giftstoffe – wie auch bei Tomaten oder Auberginen.

Und: Die nahe Verwandte der Kapstachelbeere, die Lampionblume (Physalis alkekengi) wird durchaus wieder als (schwach) giftig eingestuft, auch die reifen Früchte werden nicht von jedem vertragen.
Was gilt jetzt: Giftig oder nicht?

Allen Ähnlichkeiten zum Trotz, die Giftbeere wird als giftig eingestuft – alle Teile, vor allem die Wurzeln – enthalten Alkaloide und Withanolide. Zum Verzehr sind sie deshalb keinesfalls geeignet.
Biologischer Pflanzenschutz
Die Withanolide (v.a. Nicandrenone) wirken gegen verschiedene Insekten, sie sollen etwa Mottenschildläuse (Weiße Fliege) gut fernhalten. Deshalb setzt man Giftbeeren gerne zwischen die Nutzpflanzen im Gewächshaus oder auch zwischen Kohl und andere Gemüse auf den Feldern.
In jedem Fall zierend

Hübsch ist die Giftbeere aber allemal. Sie wurde auch zunächst im 18. Jh. als Zierpflanze aus Südamerika nach Europa eingeführt. Ihren botanischen Gattungsnamen bekam sie zu Ehren des griechischen Arztes Nikandros aus Kolophon, der als Verfasser der ältesten Werke über Giftpflanzen angesehen wird.
Neophyt

Seit dem 19. Jh. hat sich die Giftbeere aus Gärten wie aus Gartenbau heraus überall in Deutschland, nahezu in ganz Europa ausgebreitet. Oft kommt sie gemeinschaftlich mit den ebenfalls giftigen Stechapfel (Datura stramonium) sowie Wegrauke (Sisymbrium officinalis) und Weg-Malve (Malva neglecta) an Ruderalstandorten, in Hackfrucht- und Maisäckern vor. Wegen ihrer anmutigen blauen, bisweilen auch reinweißen Blüten zieht man sie immer noch hier und dort als Zierpflanze – warum auch nicht? Keiner muss sie essen…