Die Hitze macht meinen Kapuzinerkressen (Tropaeolum majus) ganz schön zu schaffen. Die Blätter werden gelb, Blüten verwelken in Windeseile, es werden kaum noch Blütenknospen angesetzt. Aber dafür kann ich jetzt schon Früchte ernten – her damit!

Aus den Früchten werden ohne großen Aufwand „Kapern“. Liegt auch nahe, denn Kapuzinerkresse ist mit dem Kapernstrauch (Capparis spinosa) verwandt, von dem die Blütenknospen wie auch die Früchte („Kapernäpfel“) in Salzlake und Essig eingelegt werden.

Dafür in kräftig gesalzenen Würzessig einlegen und einige Tage durchziehen lassen. Oder in einer stark gesalzenen Essig-Lösung (Essig mit Wasser oder Saft im Verhältnis 1:3) kurz aufkochen und in ein Glas abfüllen. Oder blanchieren, gut abtropfen, in einer Pfanne mit etwas Öl kurz rösten und salzen.
Kapuzi-Essig

Ein Gefäß, z.B. eine Flasche mit weitem Hals oder ein Einmachglas wird locker zu einem Drittel mit frischen Kapuzinerkresseblüten gefüllt – alternativ lassen sich auch Blätter, Früchte oder von allem etwas verwenden. Dann mit einem milden Apfel- oder Weißweinessig aufgießen. Nach Geschmack noch etwas flüssigen Honig untermischen, so wird der Essig lieblicher. An einem dunklen, nicht zu warmen Ort braucht es ungefähr eine Woche, bis der Essig einen tieforange Färbung angenommen hat. Das Gefäß täglich mindestens einmal schütteln, damit die Blüten sich mit Essig voll saugen, sich die Stoffe auch wirklich gut herauslösen und keine Pflanzenteile in der Luft bleiben, wo sie schimmeln könnten. Dann siebt oder filtert man den Essig durch, füllt ihn in Flaschen und lagert ihn kühl und dunkel. Maximal ein Jahr kann er aufbewahrt werden, aber besser schmeckt er in den ersten Monaten.
Dafür ist der Essig gut
Mit Kapuzi-Essig lassen sich Salatdressings anrühren und Saucen verfeinern. Im Frühjahr und Herbst kann man eine immunstärkende Kur damit durchführen – täglich einen Esslöffel davon in einem Glas Wasser trinken. Das kurbelt den Stoffwechsel an, reinigt den Darm, fördert die Durchblutung, beugt Blasenentzündungen vor und schützt vor Erkältungen. Bei Halsweh kann man den Kapuzinerkresse-Essig zum Gurgeln verwenden, dafür einen Teelöffel in ein halbes Glas warmes Wasser rühren. Essigwickel oder Essigwaschungen helfen, Verspannungen von Muskeln zu lockern und Prellungen schneller abheilen zu lassen.
Obendrein sorgt der Kapuzi-Essig für schöne Haare, wenn man ihn zum Spülen nach dem Waschen benutzt. Man mischt ihn halbe-halbe mit Wasser und lässt diese Mischung langsam durch die Haare rinnen.
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