Die Nacht vom 20. auf den 21. Dezember ist die längste Nacht – sie ist dem Apostel Thomas gewidmet.

Der ungläubige Thomas glaubte lange nicht an die Auferstehung Jesu. Er wurde solange von Zweifeln geplagt, bis ihm Jesus noch einmal erschien und er ihm den Finger in die Wunden legen konnte,

Es ist Wintersonnenwende, nach altem Glauben sind ab jetzt besonders viele Geister unterwegs, weil die Grenzen zwischen den Welten durchlässig werden. Die Raunächte beginnen! Um dunkle Mächte abzuwehren, wird seit alters her geräuchert. Dazu nimmt man nicht nur Beifuß und Wacholder, sondern auch eine besonders würzige, zauberkräftige und dämonenabwehrende Wurzel, die Thomaswurzel.

Thomaswurzel? Hinter diesem Namen verbirgt sich die Meisterwurz (Peucedanum ostruthium). Die Meisterin aller Wurzen, die kleine Königin der Alpen (die große Königin ist die Zirbe), die Kaiserwurz oder Magistrantia, Strenze oder Ostruz hat ein hohes Ansehen in der Volksheilkunde. Im Alpenraum, wo die Meisterwurz zuhause ist, diente die an ätherischen Ölen reiche Wurzel (aber auch die trockenen Früchte) dieses Doldenblütlers vielfach als Ersatz für den kostbaren Weihrauch, den man sich nicht leisten konnte.
