Kleine Spatenkunde

Kleine Spatenkunde

Ohne den kommt kein Gärtner aus: der Spaten ist ein unverzichtbares Gerät zur Bodenbearbeitung, zum Pflanzen, zum Umschichten, Kantenstechen und vieles mehr. Bevor es an die Beetvorbereitung im Frühjahr geht, hier ein paar gute Tipps, wie Sie den richtigen Spaten finden.

Verschiedene Spaten

Im Grunde ist ein Spaten eine besondere Schaufel, nur dass sein Blatt nicht tief gewölbt, sondern gerade ist. Mit der Schaufel bewegt man lose Erde, lockeren Kompost und anderes Schüttgut von A nach B, der Spaten eignet sich nur zum Umsetzen kleinerer Mengen. Dafür gleitet er leichter in den Boden als eine Schaufel.

Von der Bodenbeschaffenheit hängt ab, welches Spatenblatt Sie sich aussuchen sollten. Je leichter, sandiger der Untergrund, desto größer darf das Spatenblatt sein – je schwerer, toniger die Erde, umso kleiner sollten Sie es wählen.

So stechen Sie leicht ein

Neben der Spatenblattgröße sollten Sie ein Auge auf die Einstechkante des Blatts werfen. Ein exakt rechteckiges Blatt mit gerader Kante ist für die meisten Gartenböden bestens geeignet. Haben Sie jedoch eher steinige Erde, empfiehlt sich ein dreieckiges bis halbrundes, vorne zugespitztes Blatt. Es versteht sich von selbst, dass die Einstechkante geschärft sein muss – bei Billigmodellen ist das leider nicht selbstverständlich. Eine stumpfe Kante bringt nur Verdruss, wie ein stumpfes Küchenmesser.

Damit Sie gut arbeiten

Ein Spaten muss zu einem passen wie der Deckel zum Topf. Neben splitterfreier, glatter Oberfläche kommt es auf die richtige Größe an. Im Fachhandel gibt es eigens Damen- und Herrenspaten mit unterschiedlich langen Stielen, mit Knauf, T- oder D-Griff und mindestens 35 mm, besser 40 mm Durchmesser. Besonders bequem kann man mit einem D-Griff und einem ergonomisch leicht geschwungenen Stiel arbeiten. Teleskopgriffe ermöglichen ein schnelles Anpassen des Geräts an den Bediener.

Stellen Sie den Spaten neben sich, er sollte Ihnen bis zum untersten Rippenbogen reichen. Probieren Sie, ob Ihnen der Spaten gut in der Hand liegt. Das Gewicht eines Spatens bestimmt später ebenfalls die Handlichkeit. Schwere Spaten gleiten leichter in die Tiefe, fordern beim Aufnehmen aber auch mehr Kraft. Leichte Spaten sind wesentlich weniger kraftraubend, allerdings bringt man sie auch nur unter großem Aufwand in den Untergrund.

Ein guter Tritt

Achten Sie unbedingt darauf, dass das Spatenblatt eine breite, abgerundete Auftrittfläche hat, entweder breit umgebördelt oder mit zusätzlicher Trittschiene versehen. Das ist wichtig für eine gute Kraftübertragung. Ist diese nur schmal oder fehlt sie gar, merken Sie das schnell, weil die Fußsohlen schmerzen und die Schuhsohlen leiden.

Material und Verarbeitung

Edelstahl? Verkupferte Oberfläche? Sieht gut aus, rostet nicht, wird als besonders leichtgängig beworben. Aber jeder eingefleischte Gärtner lässt einen Edelstahlspaten links liegen und wählt einen aus herkömmlichem Stahl. Bei letzteren bricht eher der Stiel, bevor das ungemein belastbare Blatt nachgibt. Nach Benutzung einfach reinigen und ab und zu einfetten, dann kommt kein Rost auf.

Ein guter Spatenstiel ist aus Eschenholz, bruchfest und doch elastisch. Aber es gibt auch robuste Metallstiele, die vor allem einen Vorteil haben: Sie sind leichter als Holzstiele. Auf die Verbindung zwischen Stiel und Spatenblatt kommt es an, wie gut der Spaten funktioniert und hält. Das Spatenblatt sollte dafür in eine möglichst lange Hülse oder zwei breite, den Stiel weitgehend umfassende Zungen auslaufen. Der Stiel muss selbstverständlich fest darin stecken und mehrfach mit kräftigen Nieten (keine Schrauben) befestigt sein. Lassen Sie Spaten, bei denen dünne Umfassungen oder schmale Metallbänder Stiel und Blatt verbinden, getrost stehen – selbst aufs Spatenblatt geschweißt halten die nicht lange.

Zwischenlösungen

Gärtnerspaten nennen sich Spaten, die ein Mittelding zwischen Schaufel und Spaten darstellen. Das Blatt ist bei ihnen leicht gewölbt, die Einstichkante leicht gerundet. Praktisch für viele Arbeiten. Beim „Spork“ sind Spaten und Gabel (Fork) verquickt, das Spatenblatt ist durchbrochen, dadurch leichter, die Einstichkante wie ein Dreizack mit mehreren Spitzen geformt und damit sehr „einstichfreudig.

Kosten und Qualität

Ein guter Spaten, der einen durch ganze Leben begleitet, hat seinen Preis. Allerdings liegt der niedriger als man gemeinhin denkt. Zwischen 30 und 50 Euro sollte man anlegen. Billige Modelle weisen fast immer Mängel in der Verarbeitung auf und sind nicht besonders belastbar.

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