Von liebevoll bis deftig reicht die Spanne deutscher Namen für Pflanzen, mal voller Zärtlichkeit, mal ausgesprochen vulgär. Aber wie so oft nimmt das Volk kein Blatt vor den Mund, es lässt Blüten sprechen. Hier Beispiele mit dem Anfangsbuchstaben L:

Lach-ins-Knopfloch –> Knoblauch-Gamander (Teucrium scordium)
Da hat wohl jemand nicht so genau hingehört! Neben den Namen Knoblauch- oder Lauch-Gamander, was aufgrund des Geruchs der leider stark gefährdeten Pflanze gut nachvollziehbar ist, gibt es auch die Bezeichnungen Wasserknoblauch, Moosknoblauch oder Lachenknoblauch, weil dieser Lippenblütler an sumpfigen, nassen Stellen wächst – also in Moorwiesen (Moos) und in Pfützen (Lachen). Und schwupps wurde aus Lachenknoblauch das ähnlich klingende Lach ins Knopfloch.

Liebäugelchen –> Borretsch (Borago officinalis)
Typisch, oder? Zeigt ein Gewächs Blüten, die uns sofort ansprechen, danken wir das mit Wohlwollen und flöten gefällige Namen. Borstige Blätter, die das Raublattgewächs ja auch hat, führen dagegen zu abschätzigen Bezeichnungen wie Ochsenzunge.

Löffelchen –> Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense)
Wer solche Früchte trägt, braucht sich nicht wundern, wenn er viele Spitznamen bekommt. Die rundlichen Schötchen werden nicht nur mit Löffeln, sondern auch mit Geldstücken (Taler, Kreuzer, Heller, Groschen, Pfennig) verglichen.

Leck-mich-am-Arsch –> Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
Schwer nachvollziehbar, welcher A… der hübschen Blume diese despektierliche Ehre erwiesen hat. Weil er den Günsel mit der auf flüchtigen Blick ähnlichen Braunelle verwechselt hat? Die wahrscheinlich nur deshalb so ordinär angesprochen wird, weil sie wiederum mit der Prunelle, einer schlecht schmeckenden Pflaumensorte (damit ist wohl die Schlehe gemeint), durcheinander gebracht hat? Ja mi leckst…