Wogende Wellen im Wald

Wer durch den Wald streift, wird zumindest im südlichen Deutschland diesen Wellen, diesen Wogen, diesem See, diesem Meer begegnen – ohne nasse Füße zu bekommen. Was es damit auf sich hat?Das Seegras (Carex brizoides), auch Waldhaar, Liesch, Rasch oder Zittergras-Segge genannt, bildet mit seinen feinen, überhängenden Halmen dichte Bestände, die an einen See im Wald erinnern. Daher hat diese Sauergrasart ihren Namen erhalten. Heute betrachtet man das Seegras als Forstunkraut, weil es andere Waldkräuter verdrängt und Jungbäumchen überwuchert. Früher stopfte man damit Matratzen, füllte Kissen, fütterte Sättel, polsterte Sessel, drehte Seile. Sogar als Verpackungsmaterial kam es zum Einsatz – vielleicht wäre das eine nachhaltige Idee für unsere heutige, so verschwenderische Verpackungsindustrie. Gräser statt Plastik.

7 Gedanken zu „Wogende Wellen im Wald“

  1. Wir haben uns dieses Gras in den Garten versehentlich eingeschleppt – fatal – es verbreitet sich auch durch unterirdische Ausläufer und das mit dem Verdrängen anderer Pflanzen ist mehr als richtig. So schön wie es ist, aber bitte nur in einem gesicherten Bereich, aus dem es nicht ausbrechen kann…
    Für die nächste Matratze reicht es noch nicht, aber kann ja noch werden…

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  2. Mit diesem wunderbaren Naturmaterial lassen sich nicht nur Matratzen stopfen, sondern auch dekorative Schalen flechten! Hierzu möglichst lange Seegrasbüschel ( Halme gleich lang ) zu Rollen formen ( wie beim Plätzchenbacken…) und mit einem kräftigen Faden „umspinnen“. Die so vorbereiteten Stränge von einer Schnecken/Spiralform ausgehend ( innen beginnen ) mit einem der einfachen Stickstiche zusammennähen.
    So lassen sich einfache, aber sehr schöne Schalen und Gefäße herstellen. Diese Technik funktioniert auch mit Birken- oder Lärchenreisig.Kurse hierzu biete ich wieder im Herbst 2012 an. Einfach mal auf meiner Homepage http://www.faszination-wildkräuter.de nachsehen.

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    • Was für eine Idee! Gibt es davon auch ein Foto?
      Erinnert mich ein bisschen an die Strickliesl, aus den Wollsträngen haben wir doch früher dann Topflappen genäht…
      Statt einer Schale lässt sich bestimmt auch ein Untersetzer für Kanne oder Topf fertigen. Oder ein Teller für (Wild-)Obst.
      Und wäre nicht auch, aus dünnen Seegrassträngen, eine Nisthilfe möglich? So nach Art der Webervögel? Aber eben für Meisen?

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  3. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, wenn man erst einmal das Seegras mit dem gestalterischen Auge entdeckt hat!

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  4. Wer nun also nicht Matratzen stopfen, Schalen oder Schuhe flechten möchte, aber trotzdem das Seegras aus dem Garten verbannen möchte, der sollte es aufessen! ( ähnlich wie den Giersch…) Das dies möglich ist, habe ich bei einer Internetrecherche gelesen. Seegrassuppe soll sehr mineralstoffhaltig sein und kann z.B. mit Waldpilzen „angereichert“ werden. Ausprobiert habe ich das allerdings noch nicht!
    Seegraspantuschen hatte ich früher als kleines Mädchen, die haben wir in Skandinavien erworben. Die Schuhe hatten ein Zopfmuster und waren sehr stabil.

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