Karin Greiners Pflanzenlust-Blog

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Fast vergessene Köstlichkeiten

FelsenbirnenDie Felsenbirne (Amelanchier) trägt üppig Früchte! Welch ein Segen. Die etwa johannisbeergroßen Apfelfrüchtchen sind reif, wenn sie sich von Rot nach Violett umfärben und leicht vom Strauch lösen lassen. Sie schmecken wie eine Mischung aus Heidelbeeren und Marzipan – daher werden Felsenbirnen auch als Pralinenbäume angepriesen. Und jetzt? Beeilung, sonst sind die Vögel schneller.

Kirschen komplett nutzen

Kirsche komplett 3Kirschen, was für ein Genuss. Was sich aus den wunderbaren Früchten alles machen lässt… Und was passiert mit dem Rest? Okay, mit Kirschkernen kann man Säckchen füllen, für die sog. trockene Wärmflasche. Aber da geht noch mehr:

Jetzt gut Kirschen essen

KirschenDieses Jahr ist ein ausgesprochenes Kirschenjahr! Man darf in den köstlichen Früchten schwelgen – und sich dabei richtig gesund halten. Wenn die Kirschen reif sind, haben die Ärzte nichts mehr zu tun, heißt es im Volksmund. Power-Obst, Superfood –

Garten: Tanken, füllen, ernten

Schokoladen_KosmeeFrisch entdeckt:
Schokoladen-Kosmee
Wenn es im Garten nach Zartbitterschokolade duftet, steht nicht unbedingt ein Schokokuchen auf der Kaffeetafel. Der würde auch ganz schnell schmelzen, bei der derzeitigen Wetterlage. Die Quelle für den verlockenden Duft aber schmilzt selbst in heißen Tagen nicht dahin, im Gegenteil. Die Schwarze oder Schokoladen-Kosmee (Cosmos atrosanguineus) duftet umso stärker, je wärmer es ist. Bei kühlem Wetter dagegen darf man sich mehr am Anblick ihrer samtig dunkelroten Blüten freuen. Der Korbblütler aus Mexiko mag es sonnig und warm, wird wegen der frostempfindlichen Knolle wie eine Dahlie kultiviert.

Wetterregel:
Wie`s Wetter am Siebenbrüdertag (10.7.),
es sieben Wochen bleiben mag.

Prost Brennnessel!

Nesseldrink 1Durst? Da lässt sich helfen. Statt Gänsewein serviere ich gerne mal einen originellen Drink aus dem Garten, heute „Sparkling Nettle“ oder Nesseldrink. Schnell gemacht:

Nesselsirup

Nesselsirup 1Was ist doch die Brennnessel für eine tolle Pflanze! Vor allem: Sie brennt. Und das sehr effektiv, um sich vor Fraßfeinden zu schützen, „Fraßfeinden“ jeglicher Art, auch zweibeinige. Denn viele trauen sich die Nesseln nicht anfassen, aus Angst vor unangenehmen Folgen. Wer sich aber nicht scheut, der kann die Nesseln vielseitig nutzen. Beispielsweise für einen Sirup. Wird angesetzt wie Hollersirup:

Orchidee mit Nachwuchs

Nachwuchs 2015 2 Regina NoflatscherOrchideen, immer was Besonderes. Sie gelten als botanische Edelsteine, als Prinzessinnen des Pflanzenreichs, als begehrte Objekte für Blumenliebhaber. Ursprünglich wachsen viele Orchideen als Epiphyten oder Aufsitzer in Baumkronen, wir aber zwingen sie in Töpfe und bannen sie auf den Boden der Tatsachen, des Fensterbretts. Im Sommer allerdings dürfen manche Zimmerorchideen nach draußen, Urlaub im Garten, in luftigen Baumkronen… Und was findet sich dann da im Herzen der Orchidee, die gerade bei Kräuterpädagogin Regina Noflatscher in der Sommerfrische draußen im Baum hängt? Ein Vogelnest mit Jungen! Das ist doch mal eine edle Kinderwiege.

Die rote Pest aus grüner Sicht

Impatiens glandulifera Bluete

Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera)

So der Titel eines Buchs von Volkmar Weiss im Leopold Stocker Verlag. Untertitel: Springkräuter – von Imkern geschätzt, von Naturschützern bekämpft. Das muss ich lesen. Tatsächlich finde ich in diesem Werk eine Fülle von sehr gut untermauerten Argumenten, die für mehr Gelassenheit im Umgang mit den eingeschleppten, als invasive Neophyten nicht nur titulierten, sondern vehement bekämpften Springkräutern werben. Gerade beginnt das Indische Springkraut zu blühen, schon rufen viele Umweltschutzverbände zum „Kampf gegen Fremdländische Unkräuter“ auf…

Garten: Hilfe, Hitze!

Marienblatt 2Frisch entdeckt:
Marienblatt
Wenn der Sommer richtig auf Hochtouren läuft und es heiß ist, kommen erfrischende Düfte gerade recht. Zitronig, minzig und leicht kampferartig ist das Aroma des Marienblatts (Chrysanthemum balsamita, Tanacetum balsamita oder Balsamita major), auch Balsamkraut, Frauenminze, Bibelblatt oder Gebetbuchpflanze genannt, auf gut bayerisch „Schmeckblattl“. Der Duft, der den elliptischen, an Salbei erinnernden Blättern entweicht, rüttelt kräftig auf, deshalb legte man früher ein Blatt ins Gebetbuch – um während der langen Predigt wach zu bleiben. Ursprünglich im Kaukasus heimisch, in Südeuropa eingebürgert kam das Marienblatt schon bald in die Bauerngärten. Vor allem das Blattwerk macht die Zierde aus, von denen man reichlich ernten darf. Frisch eignen sie sich als Würze für Eistee oder für ein Bad, getrocknet halten sie Motten aus der Wäsche fern und dienen als Tee aufgegossen zur Linderung von Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden.

Wetterregel:
Mariä Heimsuch‘ (2.7.) wird’s bestellt,
wie’s Wetter sich 40 Tage hält.

Sauer macht lustig

SauerampferfruechteDie Zeit für frische Sauerampferblätter ist schon vorbei, der Sauerampfer (Rumex acetosa) blüht bereits – da schmecken die Blätter eher streng, sind außerdem oft von Fraßspuren oder Pilzbefall durchlöchert. Aber die Blüten wie die rundum von einer feinen Flughaut umgebenen, dreikantigen Nussfrüchtchen (im Bild) eignen sich zum Verzehr.

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