Karin Greiners Pflanzenlust-Blog

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Wilde Wurzeln

wilde-wurzelnDie Wurzel, das ist neben Blatt und Spross das dritte Grundorgan der Pflanzen. Niemals trägt eine Wurzel Blätter, niemals wird sie grün. Wurzeln verankern die Gewächse im Boden, sind für die Wasser- und Nährstoffaufnahme zuständig. Und sie dienen der Speicherung, dafür wandeln sie bei vielen Arten ihre Form, werden zur dicken Pfahlwurzel oder entwickeln sich zur Rübe bzw. Knolle. Oft werden solche Pflanzen als Gemüse kultiviert – Wurzelgemüse, wie im gestrigen Beitrag angesprochen. Aber alle Kulturpflanzen haben wilde Vorfahren. 

Wurzelgemüse

wurzelgemueseHerbst. Die Pflanzen ziehen sich zur winterlichen Ruhe zurück. Nicht wenige bringen ihre Schätze dabei unter die Erde, lagern alles Wertvolle in die Wurzeln ein. Gut aufgehoben im Schoß von Mutter Natur. Deshalb bricht jetzt auch die hohe Zeit der Wurzelgemüse an. Rüben, Knollen, Rhizome – in breiter Vielfalt zu haben. Und in den erdverbundenen Organen steckt alles, was der Mensch jetzt braucht. Also kochen wir uns einen deftigen Wurzelgemüse-Eintopf, raspeln wir einen knackigen Wurzelsalat, backen wir einen saftigen Wurzelkuchen. 

Wie wird der Winter?

eicheln-am-baumViele Eicheln im September, viel Schnee im Dezember!
Viele Buchnüsse und Eicheln, dann wird der Winter auch nicht schmeicheln.
Wenn Michael (29.9) viel Eicheln bringt, Weihnacht die Felder mit Schnee dann düngt.
Darf man den alten Regeln glauben? Dann müsste es ein früher, strenger Winter werden, denn Eicheln gibt es massig – aber nicht an allen Bäumen. Wir können ja statt der Eiche die Königskerze befragen, das macht jedes Jahr der Haslinger Sepp aus Benediktbeuern. Der prophezeit einen schneearmen, milden Winter – aber er hatte für 2016 auch einen Jahrtausendwinter vorhergesagt…

Marienkäfer

Bloß nicht den Garten allzu ordentlich aufräumen - sonst finden Marienkäfer kein Winterquartier. Sie brauchen Laubhaufen, Baumritzen und Hohlräume, alte Staudenstängel und mehr. Dank einem Frostschutzmittel halten sie in der Winterstarre auch starke Fröste schadlos aus. Um dann im nächsten Jahr wieder fleißig auf Blattlausjagd...

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Karge Ernte

rosskastanieIm Gegensatz zu Buchen, Hainbuchen, Linden und weiteren Bäumen tragen Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) heuer nicht so gut. Schade, wer viele dieser Handschmeichler zum basteln will, muss eben improvisieren und auf andere Früchte ausweichen.

Nicht verwechseln

buche-hainbucheBuchen – Hainbuchen, beides heimische und häufige Baumarten. Unterscheiden kann man Rotbuchen (Fagus sylvatica, im Bild links) und Hain- oder Weißbuchen (Carpinus betulus, im Bild rechts) am besten an den Früchten. Rotbuchen haben dreikantige Nüsschen in stacheligen Fruchtbechern, Hainbuchen tragen dreigeflügelte Nüsschen, viele übereinander in einem hängenden Fruchtstand, der mich immer an eine asiatische Pagode erinnert.

So viel wie selten

buche-eckernSchon bemerkt? manche Buchen erscheinen auffällig früh im Jahr in Vollherbst-Modus zu gehen, sie tragen vorzeitig braun. Das kommt aber nicht von einer vorzeitigen Herbstfärbung der Blätter, sondern von einem überreichen Behang mit Früchten. Die Äste biegen sich unter der Last, unter Buchen knistert es bei jedem Schritt. Bucheckern bis zum Abwinken. Noch immer ist nicht ganz geklärt, warum Bäume wie die Rotbuchen (Fagus sylvatica) alle paar Jahre besonders viele Samen produzieren, noch dazu alle Bäume einer Art in einer bestimmten Region synchron. Als hätten sie sich abgesprochen.

Erntezeit

apfel-ernteMal gut, mal weniger gut: Apfelernte 2016. Nachdem 2015 außerordentlich ertragreich war, brauchen manche Bäume sichtbar eine Erholungspause und tragen nur wenige Früchte. Anderen scheint die Kraftanstrengung des letzten Jahres nichts auszumachen, sie spenden reich.

In einem Kinderbuch gefunden

herbst-ernteMir fällt beim Aufräumen ein Buch in die Hände, bei dem ich gar nicht anders konnte, als verträumt darin zu schmökern. Die Mumins, liebenswerte Fabelwesen mit Troll-Charakter und Nilpferd-Erscheinung. Ich habe sie geliebt, mag die Geschichten der Autorin Tove Jansson noch immer. Heute entdecke ich darin aber ganz neue Seiten, philosophische Gedanken:

Hier gibt’s Saures!

Kein Jahr ist wie das andere. Während man sonst sucht und nicht fündig wird, wachsen einem dieses Jahr viele Früchte fast schon in den Mund. Etwa Berberitzen (Berberis vulgaris). Die Sträucher hängen voller dicker, saftreicher Beeren, eine an der anderen. Und nun? Freut man sich am satten Rot, zupft vorsichtig zwischen den Dornen ein Beerchen, steckt es in den Mund, beißt zu… Huch, was sauer. Da zieht es einem schon die Backen zusammen. Naja, Berberitzen nennt man auch Essigbeeren.

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