Karin Greiners Pflanzenlust-Blog

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Wilde Wurzeln als Gemüse

loewenzahn-wurzelnSchon mal Löwenzahn (Taraxacum officinale) aus dem Rasen gestochen? Mit ihm lässt sich am besten üben, denn er ist selbst mit größtem Fleiß kaum auszurotten. Und statt die herrlich fleischigen Wurzeln als Leckerbissen in Wühlmausfallen zu stecken, ab in die eigene Küche damit. Feinschmecker warten schon, gedünstet oder gebraten sind sie ein Genuss – und entgegen der Erwartung vieler nicht bitter, sondern sogar fast ein wenig süßlich.

Wilde Wurzeln ernten

wurzeln-ausgrabenEigentlich widerstrebt es mir, Wurzeln auszugraben. Nicht wegen der damit verbundenen Mühe, sondern weil es das endgültige Ende einer jeden Pflanze bedeutet. Wurzellos, leblos. Aber meine Neugier treibt mich, das geheimnisvolle, weil meinen Blicken verborgene Treiben der Pflanzen unter der Erde zu ergründen. Und so greife ich jetzt im Herbst doch einmal zu Wurzelstecher und Grabgabel, um Schätze aus der Tiefe ans Licht zu holen.

Wilde Wurzeln

wilde-wurzelnDie Wurzel, das ist neben Blatt und Spross das dritte Grundorgan der Pflanzen. Niemals trägt eine Wurzel Blätter, niemals wird sie grün. Wurzeln verankern die Gewächse im Boden, sind für die Wasser- und Nährstoffaufnahme zuständig. Und sie dienen der Speicherung, dafür wandeln sie bei vielen Arten ihre Form, werden zur dicken Pfahlwurzel oder entwickeln sich zur Rübe bzw. Knolle. Oft werden solche Pflanzen als Gemüse kultiviert – Wurzelgemüse, wie im gestrigen Beitrag angesprochen. Aber alle Kulturpflanzen haben wilde Vorfahren. 

Wurzelgemüse

wurzelgemueseHerbst. Die Pflanzen ziehen sich zur winterlichen Ruhe zurück. Nicht wenige bringen ihre Schätze dabei unter die Erde, lagern alles Wertvolle in die Wurzeln ein. Gut aufgehoben im Schoß von Mutter Natur. Deshalb bricht jetzt auch die hohe Zeit der Wurzelgemüse an. Rüben, Knollen, Rhizome – in breiter Vielfalt zu haben. Und in den erdverbundenen Organen steckt alles, was der Mensch jetzt braucht. Also kochen wir uns einen deftigen Wurzelgemüse-Eintopf, raspeln wir einen knackigen Wurzelsalat, backen wir einen saftigen Wurzelkuchen. 

Wie wird der Winter?

eicheln-am-baumViele Eicheln im September, viel Schnee im Dezember!
Viele Buchnüsse und Eicheln, dann wird der Winter auch nicht schmeicheln.
Wenn Michael (29.9) viel Eicheln bringt, Weihnacht die Felder mit Schnee dann düngt.
Darf man den alten Regeln glauben? Dann müsste es ein früher, strenger Winter werden, denn Eicheln gibt es massig – aber nicht an allen Bäumen. Wir können ja statt der Eiche die Königskerze befragen, das macht jedes Jahr der Haslinger Sepp aus Benediktbeuern. Der prophezeit einen schneearmen, milden Winter – aber er hatte für 2016 auch einen Jahrtausendwinter vorhergesagt…

Marienkäfer

Bloß nicht den Garten allzu ordentlich aufräumen - sonst finden Marienkäfer kein Winterquartier. Sie brauchen Laubhaufen, Baumritzen und Hohlräume, alte Staudenstängel und mehr. Dank einem Frostschutzmittel halten sie in der Winterstarre auch starke Fröste schadlos aus. Um dann im nächsten Jahr wieder fleißig auf Blattlausjagd...

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Karge Ernte

rosskastanieIm Gegensatz zu Buchen, Hainbuchen, Linden und weiteren Bäumen tragen Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) heuer nicht so gut. Schade, wer viele dieser Handschmeichler zum basteln will, muss eben improvisieren und auf andere Früchte ausweichen.

Nicht verwechseln

buche-hainbucheBuchen – Hainbuchen, beides heimische und häufige Baumarten. Unterscheiden kann man Rotbuchen (Fagus sylvatica, im Bild links) und Hain- oder Weißbuchen (Carpinus betulus, im Bild rechts) am besten an den Früchten. Rotbuchen haben dreikantige Nüsschen in stacheligen Fruchtbechern, Hainbuchen tragen dreigeflügelte Nüsschen, viele übereinander in einem hängenden Fruchtstand, der mich immer an eine asiatische Pagode erinnert.

So viel wie selten

buche-eckernSchon bemerkt? manche Buchen erscheinen auffällig früh im Jahr in Vollherbst-Modus zu gehen, sie tragen vorzeitig braun. Das kommt aber nicht von einer vorzeitigen Herbstfärbung der Blätter, sondern von einem überreichen Behang mit Früchten. Die Äste biegen sich unter der Last, unter Buchen knistert es bei jedem Schritt. Bucheckern bis zum Abwinken. Noch immer ist nicht ganz geklärt, warum Bäume wie die Rotbuchen (Fagus sylvatica) alle paar Jahre besonders viele Samen produzieren, noch dazu alle Bäume einer Art in einer bestimmten Region synchron. Als hätten sie sich abgesprochen.

Erntezeit

apfel-ernteMal gut, mal weniger gut: Apfelernte 2016. Nachdem 2015 außerordentlich ertragreich war, brauchen manche Bäume sichtbar eine Erholungspause und tragen nur wenige Früchte. Anderen scheint die Kraftanstrengung des letzten Jahres nichts auszumachen, sie spenden reich.

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