Karin Greiners Pflanzenlust-Blog

Alle Beiträge

Verwurzeln

baumpflanzen-1

Zuerst ein Pflanzloch ausheben

Wurzeln schlagen, zu den Wurzeln zurückkehren – das ist ein schöner Wunsch! 15 frisch gebackene Kräuterpädagogen und neun angehende NaturCoaches haben in Bad Tölz einen Apfel-Baum gepflanzt! Tölz ist vielen Teilnehmern und Absolventen der Zertifikatslehrgänge Kräuterpädagoge und NaturCoach zur zweiten Heimat geworden. Beim Kräuter-Erlebnis-Zentrum wird das jetzt durch eigene Kurs-Baum-Pflanz-Aktionen nachhaltig betont.

…und noch mehr Wurzeln

wurzeln-waldWurzeliges und Verwurzeltes – davon erzähle ich bei der Tagung „Naturkraft der Alpen“ am 11. November 2016 im Bildungshaus Kloster Neustift bei Brixen (Südtirol) bei zwei Vorträgen. Ich freue mich, wenn möglichst viele meine Begeisterung für Wurzen (und andere Naturkostbarkeiten) teilen.

Wilde Wurzeln für die Heilung

wurzeln-beinwellNicht unerwähnt darf bleiben, dass die Wurzeln vieler Pflanzen große Bedeutung in der Volksmedizin wie in der wissenschaftlich untermauerten Pflanzenheilkunde haben. Stellvertretend seien genannt: Die stark schleimende, schwarzrindige Wurzel vom Beinwell (Symphytum officinale) bei stumpfen Verletzungen,

Wilde Wurzeln für Kaffee und Tee

kaffeeNeben Löwenzahn ergeben vor allem Wurzeln der Wegwarte (Cichorium intybus) getrocknet, geröstet, gemahlen und mit heißem Wasser überbrüht ein Getränk, das dem Bohnenkaffee nahe kommt – zwar auch heiß wie die Hölle, schwarz wie der Teufel, rein wie ein Engel, mit Zucker sogar süß wie die Liebe – aber eben nicht die Bohne Koffein. Verwandte Korbblütler wie Hainsalat (Aposeris foetida), Herbstlöwenzahn (Leontodon autumnalis) oder Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) können ebenso zur Herstellung von Blümchenkaffee dienen.

Wilde Wurzeln als Würze

engelwurz-wurzeln

Engelwurz

Nur durch beständige und fachgerechte Pflege entwickelt Meerrettich (Armoracia rusticana) schöne, gerade Wurzeln. Im Wildwuchs wachsen sie dagegen oft ziemlich verzwickt und verzwackt, schmecken aber trotzdem gut. Beißende Schärfe macht sie zu einer kräftigen Würze. Früher gab man geraffelten Meerrettich zu Apfelkompott und zu eingelegten Gurken, um sie haltbarer zu machen. Rettich- bis kresseartige Schärfe verleihen auch die Wurzeln anderer Kreuzblütler wie Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata),  Ackerhederich (Raphanus raphanistrum) oder Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris).

Wilde Wurzeln als Gemüse

loewenzahn-wurzelnSchon mal Löwenzahn (Taraxacum officinale) aus dem Rasen gestochen? Mit ihm lässt sich am besten üben, denn er ist selbst mit größtem Fleiß kaum auszurotten. Und statt die herrlich fleischigen Wurzeln als Leckerbissen in Wühlmausfallen zu stecken, ab in die eigene Küche damit. Feinschmecker warten schon, gedünstet oder gebraten sind sie ein Genuss – und entgegen der Erwartung vieler nicht bitter, sondern sogar fast ein wenig süßlich.

Wilde Wurzeln ernten

wurzeln-ausgrabenEigentlich widerstrebt es mir, Wurzeln auszugraben. Nicht wegen der damit verbundenen Mühe, sondern weil es das endgültige Ende einer jeden Pflanze bedeutet. Wurzellos, leblos. Aber meine Neugier treibt mich, das geheimnisvolle, weil meinen Blicken verborgene Treiben der Pflanzen unter der Erde zu ergründen. Und so greife ich jetzt im Herbst doch einmal zu Wurzelstecher und Grabgabel, um Schätze aus der Tiefe ans Licht zu holen.

Wilde Wurzeln

wilde-wurzelnDie Wurzel, das ist neben Blatt und Spross das dritte Grundorgan der Pflanzen. Niemals trägt eine Wurzel Blätter, niemals wird sie grün. Wurzeln verankern die Gewächse im Boden, sind für die Wasser- und Nährstoffaufnahme zuständig. Und sie dienen der Speicherung, dafür wandeln sie bei vielen Arten ihre Form, werden zur dicken Pfahlwurzel oder entwickeln sich zur Rübe bzw. Knolle. Oft werden solche Pflanzen als Gemüse kultiviert – Wurzelgemüse, wie im gestrigen Beitrag angesprochen. Aber alle Kulturpflanzen haben wilde Vorfahren. 

Wurzelgemüse

wurzelgemueseHerbst. Die Pflanzen ziehen sich zur winterlichen Ruhe zurück. Nicht wenige bringen ihre Schätze dabei unter die Erde, lagern alles Wertvolle in die Wurzeln ein. Gut aufgehoben im Schoß von Mutter Natur. Deshalb bricht jetzt auch die hohe Zeit der Wurzelgemüse an. Rüben, Knollen, Rhizome – in breiter Vielfalt zu haben. Und in den erdverbundenen Organen steckt alles, was der Mensch jetzt braucht. Also kochen wir uns einen deftigen Wurzelgemüse-Eintopf, raspeln wir einen knackigen Wurzelsalat, backen wir einen saftigen Wurzelkuchen. 

Wie wird der Winter?

eicheln-am-baumViele Eicheln im September, viel Schnee im Dezember!
Viele Buchnüsse und Eicheln, dann wird der Winter auch nicht schmeicheln.
Wenn Michael (29.9) viel Eicheln bringt, Weihnacht die Felder mit Schnee dann düngt.
Darf man den alten Regeln glauben? Dann müsste es ein früher, strenger Winter werden, denn Eicheln gibt es massig – aber nicht an allen Bäumen. Wir können ja statt der Eiche die Königskerze befragen, das macht jedes Jahr der Haslinger Sepp aus Benediktbeuern. Der prophezeit einen schneearmen, milden Winter – aber er hatte für 2016 auch einen Jahrtausendwinter vorhergesagt…

X