Garten: Blumenzwiebeln im Rampenlicht

Garten: Blumenzwiebeln im Rampenlicht

Nach einer kurzen Verschnaufpause hat sich der Winter in unseren Gärten zurückgemeldet. Kontrollieren Sie, ob Blumenzwiebeln und Knollen noch am richtigen Platz sind: Bodenfröste heben Sie gerne aus dem Erdreich. Bestimmte Sommerblumen sollten bereits jetzt ausgesät werden. Meine wöchentlichen Gartentipps, auch auf br-online.

Bauernregel
Werden die Tage länger,
wird der Winter strenger.

Tulpenstrauß und Hyazinthentopf
Stellen Sie Tulpen locker in die Vase, die Stängel nur etwa fünf Zentimeter tief ins Wasser. Einige Zweige zwischen den Blütenstielen halten den Strauß gut in Form und stabilisieren die Stiele, denn Tulpen wachsen in der Vase weiter und neigen gern zum Umkippen. Möglichst täglich frisch anschneiden und das Wasser wechseln. Hyazinthen werden ebenfalls schnell kopflastig und drohen abzubrechen, stecken Sie zur Stützung einfach ein paar knospige Zweige aus dem Garten dicht neben die Zwiebeln in den Topf. Besonders hübsch wirken zum Beispiel Magnolienzweige.

Zwiebelkontrolle
Im Garten finden sich hier und da Zwiebeln, die durch den Frost aus der Erde gehoben wurden. Sie liegen auf der Erde und haben schon Wurzeln wie auch Trieb geschoben. Einfach wieder einpflanzen, und wenn der Boden gefroren ist, in eine Schale mit Substrat setzen und zum Antreiben ins Haus holen. Eingelagerte Zwiebeln und Knollen, etwa von Gladiolen oder Dahlien, sollten Sie auch einmal kontrollieren. Sind sie noch prall und saftig? Wenn sie schrumpeln und eintrocknen, müssen sie vorsichtig befeuchtet werden, dazu am besten ein wenig übersprühen. Sind alle Knollen gesund? Zeigt sich Schimmel oder Fäulnis, diese Knollen sofort aussortieren und wegwerfen, damit nicht der Rest infiziert wird.

Jetzt schon säen
So manche Sommerblume braucht eine lange Anlaufzeit, bis sie in Fahrt kommt. Lange Entwicklungszeiten von vier bis fünf Monaten von der Aussaat bis zur Blüte haben etwa Eisbegonien, Hängebegonien, hängende und stehende Pelargonien („Geranien“), Petunien, Vanilleblume, Löwenmäulchen oder Lobelien. Säen Sie diese Arten bereits jetzt schon auf der Fensterbank oder im Gewächshaus aus. Hell und warm (20-25 °C) aufgestellt keimen die Samen innerhalb von zwei bis drei Wochen. Empfehlenswert: Ziehen Sie die Samen in kleinen Zimmergewächshäusern. Begonien- und Petuniensamen dürfen Sie auch nicht mit Erde abdecken, sondern nur aufs Substrat andrücken – sie brauchen Licht zum Keimen. Petunien dagegen müssen sie abdecken, sie gehen nur im Dunklen auf.

Kennen Sie das?
F1-Hybriden
F1 steht für ‚erste Filialgeneration‘, ein Begriff aus der Vererbungslehre, die von Gregor Mendel, dem Vater der Genetik, erforscht wurde. Unter F1 fasst man die unmittelbaren Nachkommen von Eltern zusammen, sprich die Kinder von Mutter und Vater – Enkel oder Urenkel gehören entsprechend zur zweiten, dritten Filialgeneration. Hybriden entstehen, wenn Mutter und Vater verschiedenen Arten angehören, z.B. Pferd und Esel. Aus deren Kreuzung geht als F1-Hybride ein Maultier hervor. Für Gärtner sind F1-Hybriden vor allem als „super-ertragreiche“, „extra-wüchsige“ oder „besonders blühfreudige“ Gemüse- und Blumensorten von Bedeutung. F1-Hybriden, durch Züchtung erzielt, können auch besondere Resistenzen gegen Krankheiten zeigen, das spielt bei Gurken, Tomaten oder Sommerastern eine wesentliche Rolle. Zudem keimen, wachsen, blühen und fruchten F1-Hybriden sehr gleichmäßig. Saatgut wie auch Jungpflanzen von solchen F1-Hybriden ist stets teurer, weil mit hohem Aufwand gezogen.

2 Kommentare
  • Hallo!
    Guter Tipp! Ich habe auch letztes Wochenende wieder einige Zwiebelchen zurück unter die Erde gedrückt.
    VG
    Elke

    28. Januar 2011 um 18:58
  • Obwohl wegen der Uniformität und der fortgeschrittenen Sortenmerkmale im kommerziellen Anbau fast nicht auf die F1 Hybriden verzichtet werden kann, sind im ökologischen Anbau nicht gern gesehen.
    F1 Hybriden haben höher Ansprüche, sind anfälliger und können nicht vermehrt werden. Das sind alles Eigenschaften, die im Bioanbau nicht gern gesehen werden.
    Mit einer konsequenten Zucht lassen sich auch mit samenfesten Sorten ansprechende Ergebnisse erzielen.
    F1 Hybriden führen in die Sackgasse und machen von der petrochemischen Industrie abhängig.
    Den Samenfesten Sorten gehört die Zukunft. Nur mangelt es den Züchtern von ökologischen und samenfesten Pflanzensorten an Mitteln. Investoren investieren lieber in den kurzfristigen Profit als in die Zukunft.

    28. Januar 2011 um 22:53

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