Ein Korb voller Blüten?

Ist sie nicht herrlich, die Wiesen-Knautie (Knautia arvensis), auch Witwenblume oder Wiesen-Skabiose genannt? Wie ein Nadelkissen oder Hemdenknopf sieht sie aus. Viele einzelne Blüten, bis zu 50 können es sein, drängen sich dicht zusammen und werden von Hüllblättern umschlossen – der Blütenstand ist ein Körbchen. Also gehört die in die Familie der…

… Korbblütler? Nein, keinesfalls. Wer genau hinsieht, entdeckt freie Staubgefäße, die Beutel hängen markant aus den Blüten heraus. Das passt nicht zu den Korbblütlern (Asteraceae), denn bei denen sind die Staubgefäße zu einer Röhre verwachsen. Außerdem lassen sich winzige Kelche am Grund der einzelnen Blüten nach dem Auszupfen erkennen, auch das passt nicht zu den Korbblütlern. Die Knautie gehört zur Pflanzenfamilie der Kardengewächse (Dipsacaceae). Diese werden heute von einigen Forschungsgruppen als Unterfamilie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) angesehen, sind also mit Heckenkirschen, Weigelien, Kolkwitzien, Schneebeeren und Baldrian wie Feldsalat verwandt. Schon irgendwie erstaunlich.

Knautien haben Blüten, bei denen zuerst die männlichen Teile reifen – sie sind vormännlich. Hier sieht man die Staubbeutel weit herausragen.

Es gibt bei Knautien aber auch rein weibliche Blütenstände, bei denen nur Narben zu sehen sind.

 

2 Gedanken zu „Ein Korb voller Blüten?“

  1. Wunderschöne Bilder und sehr gut erklärt. Ich habe im Internet folgende Aussage gefunden:Die Witwenblume ist vierteilig. Der Volksmund sagt: Im Gegensatz zur ähnlichen Skabiose hat sie ein Blütenblatt “verloren” und ist “Witwe”.
    Leider hab ich das verlorene Blütenblatt noch nicht erkannt , aber ich werde nicht aufgeben es herauszufinden.
    Gruß Claudia

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