Bayerische Rüben – einfach gut!

Bayerische Rüben – einfach gut!

BayRuebenGerade finden im Dachauer Land die traditionellen Rübenwochen statt. Viele Wirte bieten Spezialitäten rund um die unterirdischen Schätzchen an. Das kann man nur unterstützen, stehen doch die Rüben ziemlich im Abseits, führen sie ein Schattendasein im Gemüsesortiment. Dabei haben sie so viel zu bieten! Vor allem Geschmack.
Die Bayerischen Rüben haben es mir ganz besonders angetan. Die esse ich wirklich gerne, weil sie so ein ausgesprochen herzhaftes Aroma haben, ein wenig rettich-, fast meerrettichartig. Inzwischen gibt es sie kaum noch irgendwo zu kaufen – weil sie kaum noch jemand anbaut. Dabei waren diese Rüben noch im letzten Jahrhundert eines der wichtigsten und verbreitetsten Gemüse. Sie kamen den ganzen Herbst und bis tief in den Winter bei jeder Familie mehrmals pro Woche auf den Tisch. Oft in einer Art Eintopf, sehr mächtig mit einer dicken Mehleinbrenne – das mag heute kaum noch jemand, da schüttelt es auch mich, allein beim Gedanken. Wenn man die Rüben aber zeitgemäß, leicht und pfiffig zubereitet, sind sie wirklich eine Delikatesse. Lassen wir sie nicht untergehen, erhalten wir diese speziellen Rüben doch am Leben! Und das tun wir am besten, indem wir sie bei den Hofläden kaufen – Nachfrage schafft Angebot. Man bekommt die Bayerischen Rüben beispielsweise beim Hofladen der Familie Schöll in Großinzemoos.

Ich bereite die Bayerischen Rüben gerne so zu: Schälen, in Stifte schneiden. In wenig Pflanzenöl kurz anbraten, mit Gemüsebrühe ablöschen und gar dünsten. Mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und einem Löffel Dijon-Senf abschmecken, frischen Schnittlauch darüber streuen. Fertig ist eine schöne Gemüsebeilage. Wer es lieber etwas milder mag, kann die Bayerischen Rüben mit Gelben Rüben mischen. Die beiden passen wunderbar zusammen.

BayRueben GerichtHier habe ich die Bayerischen Rüben mit Ochsenfetzen vom Lampl-Hof und Stampfkartoffeln vom Schneiderhof kombiniert.

4 Kommentare
  • Angela Marmor
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    Bei meiner Oma gab es früher eine Suppe, vielmehr einen Eintopf, die nannte sich „Klaans Kraut“ (Kleines Kraut) und hatte als Hauptbestandteil Rüben drin. Das waren aber andere Rüben, halb weiß und rosa und rund. Die wurden wie die Rohen Kartoffeln für die Knödel gerieben, mit ganzem Kümmel gemischt, gesalzen und beschwert, dann eine Zeit lang ziehen lassen. Man kann das so über den ganzen Winter aufheben. Die Suppe wird dann gekocht aus „Schweinernem“ mit Knochen und nicht zu mager(!), Zwiebeln, Kartoffeln und eben dem „Klaan Kraut“. Ist nichts für Schlankheitsapostel, aber sehr lecker und nahrhaft. Könnte ich eigentlich mal wieder machen.

    27. Oktober 2009 um 16:59
  • Ich baue in meinem Gartenshop auch Rüben an, die lassen sich herrlich verarbeiten zu überaus leckeren Köstlichkeiten!

    29. Oktober 2009 um 9:47
  • Annemarie Walter
    Antworten

    Die Rüben werden viel im Schrobenhausener Gebiet angebaut und heissen im Volksmund Soachruam
    weil sie sehr harntreibend sind. Als Kinder haben wir uns bei einer Bäuerin die sie angebaut hat erbettelt und dann roh geschält gegessen. Das war bei uns sehr beliebt.

    22. Januar 2013 um 17:13

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