Softcover, 124 Seiten. ISBN 978-3-942641-02-9. € 24,95 inklusive Versandkosten innerhalb Deutschlands, bei Lieferung ins Ausland € 3,-- Portokosten zusätzlich. NEU! Das wilde Kräuterbuch
Frisch und grün auf dem Tisch - das neue Buch von Renate Blaes und mir. Angefüllt mit vierzehn Fabeln über Wildpflanzen von Giersch bis Wiesenkerbel, dazu Beschreibungen und Bestimmungshilfen sowie vielerlei Rezepte. Nicht zu vergessen fantastische Fotos.

Archiv-Gartentipps
Keimprobe
Sie haben noch
Saatgut übrig und wissen nicht, ob es noch gut ist? Dann machen Sie eine sog.
Keimprobe.
Legen Sie eine doppelte oder dreifache Lage Küchenpapier auf einen
Teller oder Untersetzer und durchfeuchten Sie es gründlich. Darauf streuen Sie
eine kleine Menge Samen, besprühen alles nochmals mit lauwarmem Wasser und
decken alles mit Klarsichtfolie ab.
Warm stellen und darauf achten, dass die
Saat nicht austrocknet. Zählen Sie dann die Samen, die nach 1-2 Wochen
aufgegangen sind.
Liegt die Quote unter 50 %, besorgen Sie sich besser frische Samen. Keimen mehr als 75 % der Samen, ist die Qualität noch optimal.
Kunterbunter Gartentee
Ernten Sie im Herbst, was Ihr Kräutergarten gerade noch hergibt, z.B. Pfefferminze, Apfelminze, Zitronenverbene, Ysop, Salbei. Aus den Blumenbeeten zupfen Sie Ringelblumen, letzte Malvenblüten oder späte Duftrosen. Ergänzen Sie die bunte Mischung mit Apfelschalen, Holunderbeeren, Himbeeren, Weißdornfrüchten und Hagebutten – was gerade zur Hand ist. Die Mischung können Sie frisch zu einem wohlschmeckenden, vitaminreichen Gartentee aufbrühen. Es lässt sich alles aber auch gut für den Wintervorrat trocknen.
Rundum gesunde Tomaten
Sind erst einmal die Gefahren von Kraut- und Braunfäule umgangen, hat man gehörig gedüngt, ausgegeizt, gegossen und Unkraut gejätet, darf man sich auf leckere Tomaten freuen – aber: Da gibt es neue Probleme. So zeigen die Tomaten erst wässrige, dann braunschwarze Flecken an den Spitzen, die sich rasch vergrößern. Diese sog. Blütenendfäule entsteht bei Calciummangel, oft tritt sie infolge einer zu hohen einseitigen Stickstoffdüngung auf. Bleiben die Stängelansätze grün und hart, sind die Früchte unterversorgt mit Kalium - ebenfalls eine Folge zu starker Stickstoffdüngung.
Ursache dafür ist oft nicht zu geringe Düngung, sondern eine zu betonte Versorgung mit Stickstoff. Das kann auch durch stetige Gaben von Brennnesseljauche erfolgen. Die Tomatenpflanzen können nicht genügend andere Nährstoffe aufnehmen. Um die Ernte zu retten, kann man schnellstens etwas Gesteinsmehl rund um die Pflanzen streuen und mit Gießwasser in die Erde einschwemmen. Bereits betroffene Früchte sind unbrauchbar, die kann man nur noch kompostieren. Im nächsten Jahr dann unbedingt den Boden mit Algenkalk und/oder Gesteinsmehl aufwerten.
Und immer wieder: Brennnesseln
Ein Garten ohne Brennnesseln ist ein Irrtum – ich bin so frei und ändere den berühmten Ausspruch des von mir sehr verehrten Gärtners Karl Foerster ("Ein Garten ohne Phlox ist nicht nur ein bloßer Irrtum, sondern eine Versündigung gegen den Sommer"). Denn würden Brennnesseln nicht brennen, wären sie wahrscheinlich schon lange mit Stumpf und Stiel ausgerottet, so heißt es zu Recht. In jedem Garten findet sich eine Ecke, wo Urtica dioica wachsen und gedeihen darf – als Nahrung für viele Schmetterlingsraupen, als Düngervorrat, als wichtiger Bestandteil der Gartenapotheke, als Delikatessenlieferant.
Brennnesselmulch:
Brennnesseln dicht über dem Boden abschneiden, einen Tag anwelken lassen (dann brennen sie kaum noch), zerkleinern und in dünnen Lagen zwischen Gemüse oder Stauden streuen. Meine Beobachtung: Schnecken meiden diese Mulchdecke!
Schafgarbe zum Kompost
Kompost kommt von compositus = zusammengesetzt. Je vielfältiger das Material, das in den Behälter gelangt, desto besser verläuft die Rotte. Wichtig: Stets trockene, holzige Teile – gut zerkleinert – mit feuchten, weichen mischen, also etwa derbe Staudenstängel mit Salatblättern, Häcksel mit Blütenresten, Gemüsestrünke mit Obstschalen. Alles locker aufschichten, es dürfen sich keine verfilzenden Schichten bilden. Rasenschnitt muss unbedingt erst anwelken, bevor er in sehr dünner Lage aufgestreut werden darf. So entstehen keine üblen Gerüche. Neben guter Durchlüftung sollte man auch auf ausreichende Feuchtigkeit achten, Kompost darf weder zu trocken noch zu nass sein. Also im Bedarfsfall gießen oder bei anhaltendem Regenwetter eventuell abdecken, z.B. mit Folie. Ab und zu den Kompost hauchdünn mit Gesteinsmehl oder Algenkalk überstäuben. Schier Wunder wirken Kräuter, allen voran Schafgarbe, aber auch Brennnessel oder Löwenzahn, die kleingehackt zum Kompost gegeben werden – sie fördern und lenken die Verrottung optimal.Gießkannen-Hygiene
Meine Gießkannen reinige ich regelmäßig, damit sich keine Kalkränder bilden und keine Krankheitskeime darin einnisten. Große Kannen lasse ich über Nacht mit Essigwasser gefüllt stehen (10 Liter Wasser plus 100 ml Essig oder etwas Essigessenz). Das Wasser schütte ich dann noch über Terrassenplatten, die lassen sich damit gut schrubben und Unkraut in den Fugen vergeht schnell – aber vorher bitte ausprobieren, ob die Platten diese Behandlung vertragen und das Essigwasser nicht die Beläge angreift. Gießkannen auf der Fensterbank: mit Wasser füllen, Gebissreinigertablette dazu – am nächsten Tag blitzeblank, selbst in der schlanksten Tülle und im letzten Winkel!Gießhilfe für Tomaten und Co.

Wenn ich Tomaten, Paprika, Chilis oder andere sehr durstige Gewächse auspflanze, senke ich den Topf, in dem sie bislang standen, gleich daneben in den Boden ein. Der Topf dient als Gießhilfe: Durch die Löcher im Boden sickert das Wasser genau zu den Wurzeln. Außerdem spritzt beim Gießen keine Erde auf, das verhindert Infektion mit Krautfäule.
Petersilie säen
Auf leichtem, sandigem Boden, der sich schon gut erwärmt hat, können Sie im Frühling Petersilie aussäen. Die Samen dürfen nur dünn mit Erde bedeckt werden, bis zur Keimung vergehen durchaus 3 oder 4 Wochen – getreu der alten Gärtnerregel: Petersilie geht siebenmal zum Teufel und zurück, bevor sie aus der Erde kommt (in anderer Version lautet es: siebenmal nach Rom zum Papst und zurück). Während dieser Zeit darf die Saat weder austrocknen noch vernässen. Ist Ihr Gartenboden schwer und kalt, bleibt er lange nass, sollten Sie das beliebte Küchengewürz lieber in Gefäßen vorziehen. Sorgen Sie für milde Wärme (15 °C) und halten Sie die Erde nur ganz leicht feucht – bei zu viel Nässe und Kälte verfault der Samen sonst. Und wenn es nicht gelingen mag: Versuchen Sie es einfach mal im Sommer mit der Aussaat. Im Juni/Juli klappt es manchmal besser, wenn Sie die Saat nur nie austrocknen lassen – deshalb am besten ein Vlies darüber legen.

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